Kapelle St. Luzia, GrundsteinheimKatholische Kirchengemeinde St. Alexander Iggenhausen und St. Luzia, GrundsteinheimPfarrkirche St. Alexander, Iggenhausen

Iggenhausen

Iggenhausen

Iggenhausen liegt am nördlichen Rand des Soratfeldes. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1239.

Iggenhausen hat 205 Einwohner (Stand: Juni 2010). Die Fläche Iggenhausens beträgt 4,88 qkm.

Von den Pfarreien des Soratfeldes ist Iggenhausen neben Kleinenberg die älteste. Was die Gründung der Pfarrei anbetrifft, entnehmen wir der Darstellung von Pfarrer Brockmann, aus seiner 1848 erstellten Pfarrbeschreibung:

"Was zunächst die Entstehung der Pfarre Iggenhausen angeht, so lässt sich darüber aus den hier vorfindlichen Schriften nichts ermitteln.

Angenommen auch, dass hierauf bezügliche schriftliche Nachrichten in früherer Zeit vorhanden gewesen seien, so sind dieselben bei einem am Anfange des 18. Jahrhunderts stattgehabten Brandes des Dorfes Iggenhausen, welcher der Tradition zufolge im Pfarrhause entstanden war, um so wahrscheinlicher vernichtet worden.

Es ist sehr annehmbar, dass die Niederlassung eines Adeligen die erste Veranlassung zur allmählichen Begründung einer Pfarrei gewesen ist.

Soviel ist wenigstens traditionell, dass früher, ganz in der Nähe des jetzigen Dorfes, auf der sogenannten Osterbreede ein adeliges Haus gestanden hat, dessen letzte Besitzer die Herren von Schilder waren. Einer dieser Freiherren von Schilder ist in den Totenregistern dieser Pfarre angeführt mit den Worten:

31. Dezembre sepultus est in hujate templo parochiali 28 viam universae carnis.
adhibito sacramentali auxilio in castro Herbram ingressus, perillustris ac generosus octogenarius
Dominus L.B. Franziscus Wilhelmus de Schilder, Dominus in Iggenhausen Hereditarius in Himminghausen,
Erpentrup & Langeland.

Späterhin und wahrscheinlich in Folge des Aussterbens der von Schilder, sind die hiesigen Besitzungen derselben (Schildersche Ländereien) an die Grafen von Westphalen gelangt, die sie heute noch haben.

Wenn man etwas auf "Sagen" geben darf, dann wäre vielleicht die Gründung der Pfarre in die Zeit der Kreuzzüge zu verlegen.

Es soll nämlich einer der adeligen Herren, deren Schloß auf der Osterbreede stand, einen Kreuzzug mitgemacht haben. Er habe im Morgenlande das Leben und Wirken des heiligen Bischofs und Märtyrers Alexander kennen gelernt und nach seiner Rückkehr bei der Gründung der Pfarrei den heiligen Alexander zum Patron der Pfarrkirche bestimmt.

Jedenfalls ist es auffallend, dass zum Patron der Pfarrkirche ein Heiliger erwählt ist, über dessen Leben so wenig bekannt ist und der auch wohl kaum anderswo in der Diözese Patron einer Kirche ist.

Ist an obiger "Sage" etwas Wahres, dann dürfte die Gründung der Pfarrei Iggenhausen in der Zeit von 1100 bis 1200 geschehen sein, da die Kreuzzüge nach 1200 hier wohl nicht in Frage kommen.

Sicher ist die Pfarrei Iggenhausen sehr alt. Nichts weist darauf hin, dass unsere Pfarrei in früheren Zeiten zu einer anderen Pfarrei gehört habe, auch die Überlieferung meldet nichts darüber."

August Theus, Lehrer in Iggenhausen, schreibt im "Heimatbuch des Kreises Büren":

"Die erste sichere Nachricht über Iggenhausen stammt aus dem Jahre 1239. Bischof Meinwerk, der Gründer des Kollegialstiftes Busdorf in Paderborn, hatte diesem sein Gut zu Delden in Holland geschenkt. Aber der Ritter von Ahaus beunruhigte seither diese Besitzung des Stiftes, weshalb mit Erlaubnis des Bischofs Bernhard IV. dieses Gut an den Ritter von Ahaus veräußert wurde. Doch noch ein anderer, vielleicht auch dringlicherer Grund drängte das Stift zu diesem Verkauf. Der Ritter Goswin von Wehten, nach anderer Schreibart Goswin von Vechten, war vom Bischof u.a. mit Gütern zu Iggenhausen und Grundsteinheim belehnt worden. Weil nun diese Güter dem Busdorfstifte bedeutend näher lagen als das weit entlegene Delden in Holland, trat das Stift mit dem Ritter von Wehten in Kaufverhandlungen ein. Dieser war geneigt, seine Güter zu Iggenhausen und Grundsteinheim an das Stift zum Busdorf gegen eine Kaufsumme von 125 Mark abzutreten.

Um diese Kaufsumme aufbringen zu können, überließ das Busdorfstift dem Ritter von Ahaus den Hof in Delden für 270 Mark und kaufte mit Einwilligung des Bischofs die von Weht`schen Güter zu Iggenhausen und Grundsteinheim, dazu die Hälfte des Patronatsrechtes der Kirche zu Iggenhausen.

Der Kaufvertrag wurde am 4. Januar 1239, dem Feste der Unschuldigen Kinder, von beiden Parteien vor dem Bischof als Lehnsherren abgeschlossen und besiegelt.

Der Anteil des Ritters von Wehten (Vechten) an der Kirche lässt darauf schließen, dass diese Ritterfamilie, die auch sonst noch in der weiteren Umgebung begütert war, zum Aufbau der Kirche beträchtlich beigetragen hatte. Vielleicht war gar die erste Kirche aus der Familien oder Burgkapelle dieses Rittergeschlechtes hervorgegangen.

(Der Sage nach soll der Ritter an einem Kreuzzuge teilgenommen haben und nach seiner glücklichen Rückkehr die erste Kirche zu Iggenhausen erbaut haben.)

Entwurf für einen Neubau 1890 unter Beibehaltung des alten Turmes

Die spätere Bauart der Kirche deutet darauf hin, dass die Kapelle der wachsenden Einwohnerzahl entsprechend nach und nach vergrößert wurde, so dass man an der früheren, alten Kirche, die durchaus kein einheitliches Bauwerk war, drei verschiedene Bauperioden deutlich unterscheiden konnte.

Im Jahre 1716 wurde vermutlich ganz Iggenhausen ein Raub der Flammen. Auch das Pfarrhaus, in dem der Brand entstanden sein soll, brannte vollständig nieder, und auch der Pfarrer Abel fand dabei seinen Tod unter dem zusammenstürzenden Dache, als er noch einige Sachen retten wollte. Leider fielen hierbei auch die Kirchenakten den Flammen zum Opfer.

Die Pfarrkirche ist dem heiligen Alexander geweiht, woraus man ebenfalls schließen kann, dass sie zu den ältesten Pfarrkirchen des Paderborner Landes gehört. Die jetzige Kirche ist im Jahre 1892 gebaut. Zur Pfarrei Iggenhausen gehören die beiden Filialorte Herbram und Grundsteinheim. In Herbram mit der Kolonie Urenberg bestand bereits früh eine Kapelle. Im Jahre 1668 stiftete Graf Simon von Westphalen 600 Thaler, damit in der Kapelle, die anfangs Privatkapelle des Grafen war, von nun an regelmäßig an Sonn und Feiertagen die heilige Messe gelesen werden sollte, um seinen Angestellten und Arbeitern den Besuch des Gottesdienstes an ihrem Wohnorte selbst zu ermöglichen. Später erhielt Herbram einen eigenen Vikar.

1927 fand ein Neubau der Kirche statt, bei dem jedoch die alte, aus dem Jahre 1798 stammende Kapelle erhalten blieb und dem Neubau eingegliedert wurde. Die erste Herbramer Kapelle stand auf dem alten Kirchhof (jetzt Grundstück Buchholz). Kirchenpatron ist St. Johannes der Täufer.

Grundsteinheim mit dem an der Provinzialstraße gelegenen Weiler Wohlbedacht, früher Ludwigskrug, hat seit dem Jahre 1869 eine eigene Kapelle. Sie ist der heiligen Jungfrau Luzia geweiht. Der sonn- und feiertägliche Gottesdienst wird hier versehen durch die Franziskanerpatres aus Paderborn."

(A. Theus, Heimatbuch des Kreises Büren 1930)

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