Samstag, den 22. September 2018

Mauritius und Gefährten, Märtyrer der Thebäischen Legion (280-305) bzw. Samstag der 24. Woche im Jahreskreis (r bzw. g) (Weitere Informationen hier: Texte bzw. Texte)

Erste Lesung: Erster Brief des Apostels Paulus an die Korinther 15,35-37.42-49.

Brüder!  Es könnte einer fragen: Wie werden die Toten auferweckt, was für einen Leib werden sie haben?
Was für eine törichte Frage! Auch das, was du säst, wird nicht lebendig, wenn es nicht stirbt.
Und was du säst, hat noch nicht die Gestalt, die entstehen wird; es ist nur ein nacktes Samenkorn, zum Beispiel ein Weizenkorn oder ein anderes.
So ist es auch mit der Auferstehung der Toten. Was gesät wird, ist verweslich, was auferweckt wird, unverweslich.
Was gesät wird, ist armselig, was auferweckt wird, herrlich. Was gesät wird, ist schwach, was auferweckt wird, ist stark.
Gesät wird ein irdischer Leib, auferweckt ein überirdischer Leib. Wenn es einen irdischen Leib gibt, gibt es auch einen überirdischen.
So steht es auch in der Schrift: Adam, der Erste Mensch, wurde ein irdisches Lebewesen. Der Letzte Adam wurde lebendigmachender Geist.
Aber zuerst kommt nicht das ߜberirdische; zuerst kommt das Irdische, dann das ߜberirdische.
Der Erste Mensch stammt von der Erde und ist Erde; der Zweite Mensch stammt vom Himmel.
Wie der von der Erde irdisch war, so sind es auch seine Nachfahren. Und wie der vom Himmel himmlisch ist, so sind es auch seine Nachfahren.
Wie wir nach dem Bild des Irdischen gestaltet wurden, so werden wir auch nach dem Bild des Himmlischen gestaltet werden.

Psalm: Psalm 56(55),10-11.12-13.14.

Dann weichen die Feinde zurück an dem Tag, da ich rufe.
Ich habe erkannt: Mir steht Gott zur Seite.
Ich preise Gottes Wort,
ich preise das Wort des Herrn.

Evangelium nach Lukas 8,4-15.

In jener Zeit als die Leute aus allen Städten zusammenströmten und sich viele Menschen um Jesus versammelten, erzählte er ihnen dieses Gleichnis:
Ein Sämann ging aufs Feld, um seinen Samen auszusäen. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg; sie wurden zertreten, und die Vögel des Himmels fraߟen sie.
Ein anderer Teil fiel auf Felsen, und als die Saat aufging, verdorrte sie, weil es ihr an Feuchtigkeit fehlte.
Wieder ein anderer Teil fiel mitten in die Dornen, und die Dornen wuchsen zusammen mit der Saat hoch und erstickten sie.
Ein anderer Teil schlieߟlich fiel auf guten Boden, ging auf und brachte hundertfach Frucht. Als Jesus das gesagt hatte, rief er: Wer Ohren hat zum Hören, der höre!
Seine Jünger fragten ihn, was das Gleichnis bedeute.
Da sagte er: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu erkennen. Zu den anderen Menschen aber wird nur in Gleichnissen geredet; denn sie sollen sehen und doch nicht sehen, hören und doch nicht verstehen.
Das ist der Sinn des Gleichnisses: Der Samen ist das Wort Gottes.
Auf den Weg ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort zwar hören, denen es aber der Teufel dann aus dem Herzen reiߟt, damit sie nicht glauben und nicht gerettet werden.
Auf den Felsen ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort freudig aufnehmen, wenn sie es hören; aber sie haben keine Wurzeln: Eine Zeitlang glauben sie, doch in der Zeit der Prüfung werden sie abtrünnig.
Unter die Dornen ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort zwar hören, dann aber weggehen und in den Sorgen, dem Reichtum und den Genüssen des Lebens ersticken, deren Frucht also nicht reift.
Auf guten Boden ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort mit gutem und aufrichtigem Herzen hören, daran festhalten und durch ihre Ausdauer Frucht bringen.

Kommentar zum Tag:

Wenn ihr mich fragt, was uns Jesus mit diesem Sämann sagen will, der in aller Frühe aufs Feld ging, um seinen Samen auszusäen: Der Sämann, liebe Brüder, ist der gute Gott selber, der seit Beginn der Welt an unserem Heil arbeitet. Vor der Ankunft des Messias hat er deshalb seine Propheten zu uns geschickt, um uns alles zu lehren, was zu unserer Rettung nötig ist. Er hat sich nicht damit begnügt, seine Diener zu schicken; er selbst ist gekommen, er hat den Weg, den wir gehen sollten, vorgegeben; er ist gekommen, um uns das heilige Wort zu verkünden.Wisst ihr, was ein Mensch ist, der sich nicht mit diesem heiligen Wort nährt? [...] Er gleicht einem Kranken ohne Arzt, einem irrenden Wanderer ohne Führer, einem Armen ohne Einkommen. Ohne von diesem göttlichen Wort gespeist zu sein, meine Brüder, ist es völlig unmöglich, Gott zu lieben und ihm zu gefallen. Und was lässt uns ihn kennenlernen, ihn mit all seiner Vollkommenheit, seiner Schönheit und seiner Liebe zu uns -€“ wenn nicht das Wort Gottes? Es teilt uns alles mit, was er für uns getan hat, und zeigt uns, welches Glück er im anderen Leben für uns bereithält.

Kommentar: Hl. Jean-Baptiste Marie Vianney (1786-1859), Priester, Pfarrer von Ars

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